Klimaschützer gründen neue Firmen

02.03.2016  |  Artikel Druckversion

Sie planen Kochkurse für klimafreundliches Essen
Foto: Salome Roessler
Text: Thomas J. Schmidt


Pro Jahr produziert ein Deutscher rund 1,5 Tonnen Kohlendioxid alleine wegen seiner Ernährung. Die Rohstoffe müssen hergestellt werden, transportiert, verarbeitet, im Supermarkt abgeholt, in der Tiefkühltruhe aufbewahrt und schließlich gekocht werden. Marina Caktas und Mirjam Gimbel bieten deswegen Klimagourmet-Kochkurse an, bei denen man lernt, wie es lecker und nachhaltig geht. Zum Beispiel mit regionalen Gemüsen, weniger Fleisch, weniger Käse. „Rindfleisch und fetter Käse haben die schlechteste Klimabilanz“, sagt Mirjam Gimbel, Inhaberin der Cookua-Lehrküche in Rüsselsheim. Sinnfällig haben sie und Marina Caktas kleine Stofftüten mitgebracht. Manche sind total leicht – „Gemüse“ steht darauf oder „Brot“, „Nudeln“ – andere sehr schwer, sinnfällig schwer. Es sind die Beutel, die Rindfleisch und Käse symbolisieren. „Es entspricht dem Gewicht des Kohlendioxids pro Einheit“, sagt Caktas. Sie ist Inhaberin der „Genusswolke“, stellt Brotaufstriche her und beispielsweise ein Gemüse-Sugo aus Rohstoffen, die sie im Supermarkt vor dem Wegwerfen gerettet hat. „Das ist völlig klimaneutral“, sagt Marina Caktas.

Die beiden Frauen haben sich zusammengetan, um andere von ihrer klimafreundlichen Küche zu überzeugen. Schon weil von jenen 1,5 Tonnen Kohlendioxid jährlich leicht 500 Kilogramm eingespart werden können, wenn man weniger Fleisch isst, regional einkauft, frisch verarbeitet. „Wer rein vegan lebt, spart noch einmal 500 Kilogramm“, sagt Gimbel. Sie erhalten von der Stadt 10 000 Euro für ihre Kochkurse, die sie auch in Form eines Handbuchs verbreiten wollen, das überall angewendet werden kann – ob in anderen Städten, in Unternehmen von deren Mitarbeitern oder in Schulen. „Derzeit planen wir die einzelnen Kochkurs-Module“, sagt Marina Caktas.


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